Verarbeitungsanleitung

Wasserdichten und kapillar inaktiven Putz mit BetonMAX herstellen

BetonMAX wird direkt in einen zementgebundenen Mörtel eingemischt. So entsteht ein wasserundurchlässiger, kapillarbrechender Sperrputz für mineralische Wände. Die Mengen dieser Anleitung beziehen sich auf 1 m² Wandfläche und lassen sich mit dem Rechner auf jede Fläche übertragen.

2 LagenSpritzbewurf und Sperrputz
15–20 mmMindestdicke des Sperrputzes
0,55–0,65 l/m²BetonMAX im Gesamtaufbau
BetonMAX Zusatzmittel für wasserdichten und kapillar inaktiven Sperrputz
BetonMAX · Flüssigzusatz für zementgebundene Baustoffe
Wirkungsweise und Einsatz

Was ist ein kapillar inaktiver, wasserdichter Putz?

Ein sogenannter kapillar inaktiver Putz soll Feuchtigkeit nicht wie ein gewöhnlicher mineralischer Putz über zusammenhängende Kapillaren weitertransportieren. Fachlich präziser handelt es sich bei diesem Aufbau um einen kapillarbrechenden und wasserundurchlässigen Sperrputz mit stark reduziertem Kapillarsaugverhalten.

BetonMAX wird beim Anmischen in den zementgebundenen Mörtel gegeben. In Verbindung mit der festgelegten Sand-Zement-Rezeptur, einem niedrigen Wasseranteil und der erforderlichen Schichtdicke entsteht ein Dichtungsputz gegen Erdfeuchtigkeit und, bei entsprechendem Aufbau, gegen Druckwasser. Der Aufbau eignet sich beispielsweise für mineralische Kellerwände, Sockelbereiche sowie Innen- und Außenwände.

Wichtig für einen wasserdichten Putz

Entscheidend sind die richtige Mörtelrezeptur, der zweilagige Aufbau, ein tragfähiger Untergrund und die vollständige Mindestschichtdicke. Ein einfacher Anstrich mit BetonMAX ersetzt diesen Aufbau nicht.

Die richtige Basis

Keinen Fertigputz verwenden

Die Rezeptur basiert auf einem selbst hergestellten, rein zementären Sperrmörtel. Alle Mengen für Sand und Zement werden nach Volumen abgemessen, nicht nach Gewicht.

Benötigte Ausgangsstoffe

01CEM I 52,5 N
Zement gemäß Rezeptur
02Quarzsand 0–4 mm
Gewaschen, nicht gebrochen und frei von Verunreinigungen
03BetonMAX
Flüssiges Zusatzmittel
04Sauberes Anmachwasser
Menge nach erforderlicher Konsistenz

Nicht für diese Rezeptur vorgesehen

  • Gipsputz oder gipshaltiger Mörtel
  • Kalkputz
  • Ungeprüfter Kalkzement-Fertigputz
  • Lehm-, humus- oder salzhaltiger Sand
  • Gebrochener oder verunreinigter Zuschlag
Grundprinzip: Nicht einen vorhandenen Putz mit BetonMAX bestreichen. BetonMAX wird beim Anmischen dem zementgebundenen Mörtel zugesetzt.
Schritt für Schritt

Der zweilagige Putzaufbau

Untergrund vorbereiten

Nur auf festen, tragfähigen mineralischen Untergründen arbeiten. Alten und geschädigten Putz vollständig entfernen. Mürbe Fugen 1–2 cm tief auskratzen.

  • Staub, Farbe, Öl, Fett, Bitumen und haftungsmindernde Stoffe entfernen.
  • Brüchiges Mauerwerk, Fehlstellen und Risse vorher fachgerecht instand setzen.
  • Untergrund gründlich vornässen. Beim Auftrag soll er mattfeucht sein, jedoch ohne stehendes Wasser.
  • Aktive Wassereinbrüche müssen vor Beginn gestoppt werden.

BetonMAX-Spritzbewurf anmischen

Der dünnflüssige Spritzbewurf bildet die griffige Haftbrücke für den nachfolgenden Sperrputz.

Rezeptur je 1 m²ca. 5 mm
BestandteilMenge
Quarzsand 0–4 mmca. 3,6 l
CEM I 52,5 Nca. 3,6 l
BetonMAXca. 0,25 l
Anmachwassernach Konsistenz

Mischungsverhältnis: 1 Teil Sand : 1 Teil Zement. Originaldosierung BetonMAX: 3,5 l auf 100 l Trockenmischung.

Spritzbewurf aufbringen

Sand und Zement zuerst trocken mischen. BetonMAX mit einem Teil des Anmachwassers zugeben und nur so viel weiteres Wasser einarbeiten, bis eine homogene, dünnflüssige und spritzfähige Konsistenz entsteht.

  • Etwa 5 mm dick auf den vorgenässten Untergrund aufbringen.
  • Oberfläche rau und griffig belassen, nicht glatt abziehen.
  • Mindestens 4 Stunden abbinden lassen.
  • Sperrputz spätestens innerhalb von 5 Tagen aufbringen.

BetonMAX-Sperrputz anmischen

Für beide Schichtdicken gilt ein Mischungsverhältnis von 7 Teilen Quarzsand zu 3 Teilen Zement. Sand und Zement trocken vermischen, BetonMAX zugeben und Wasser schrittweise bis zu einer homogenen, plastischen Putzkonsistenz einarbeiten.

Bei Erdfeuchtigkeit15 mm
Bestandteilje 1 m²
Quarzsand 0–4 mmca. 10,5 l
CEM I 52,5 Nca. 4,5 l
BetonMAXca. 0,30 l
Anmachwassernach Konsistenz
Bei Druckwasser20 mm
Bestandteilje 1 m²
Quarzsand 0–4 mmca. 14,0 l
CEM I 52,5 Nca. 6,0 l
BetonMAXca. 0,40 l
Anmachwassernach Konsistenz

Originaldosierung BetonMAX im Sperrputz: 2,0 l auf 100 l Trockenmischung.

Sperrputz aufbringen und nachbehandeln

Den Sperrputz vollflächig und möglichst porenfrei auf den abgebundenen Spritzbewurf aufbringen. Die Mindestschichtdicke richtet sich nach der Wasserbeanspruchung.

  • 15 mm bei Erdfeuchtigkeit bzw. 20 mm bei Druckwasser einhalten.
  • Nach dem Anziehen porendicht zureiben oder bei Bedarf glätten.
  • Wird später ein mineralischer Folgeputz aufgebracht, die Oberfläche rau belassen.
  • Vor Hitze, Frost und starkem Wind schützen und mindestens 24 Stunden ausreichend feucht halten.
  • Während des Abbindens keiner Druckwasserbelastung aussetzen.
Materialrechner

Bedarf für Ihre Wandfläche berechnen

Der Rechner ermittelt Spritzbewurf und Sperrputz zusammen. Die Literangaben für Sand und Zement sind Volumenmaße.

Gesamtbedarf BetonMAX 0,55 Liter
MaterialSpritzbewurfSperrputzGesamt
Quarzsand 0–4 mm3,60 l10,50 l14,10 l
CEM I 52,5 N3,60 l4,50 l8,10 l
BetonMAX0,25 l0,30 l0,55 l

Planungswerte. Untergrundunebenheiten, Vertiefungen sowie Misch- und Verarbeitungsverluste können den tatsächlichen Bedarf erhöhen.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zu wasserdichtem und kapillar inaktivem Putz

Wie kann man einen Putz wasserdicht machen?

Für diesen Aufbau wird kein vorhandener Putz nachträglich versiegelt. Stattdessen werden ein zementärer Spritzbewurf und anschließend ein zementärer Sperrputz hergestellt. BetonMAX wird beiden Mörtelmischungen in der vorgegebenen Dosierung zugesetzt.

Welcher Putz eignet sich als wasserdichter Kellerputz?

Die BetonMAX-Rezeptur verwendet einen selbst gemischten Zementputz aus CEM I 52,5 N und gewaschenem, nicht gebrochenem Quarzsand 0–4 mm. Gipsputz, Kalkputz oder ein ungeprüfter Fertigputz sind dafür nicht vorgesehen.

Was bedeutet „kapillar inaktiver Putz“?

Damit ist ein Putz gemeint, der flüssiges Wasser nicht oder nur stark vermindert über sein Kapillarsystem transportiert. Für diesen BetonMAX-Aufbau sind die Bezeichnungen kapillarbrechender beziehungsweise kapillarwasserdichter Sperrputz fachlich genauer.

Wie viel BetonMAX wird pro Quadratmeter benötigt?

Für Spritzbewurf und 15-mm-Sperrputz werden zusammen etwa 0,55 Liter BetonMAX je m² benötigt. Beim Aufbau mit 20 mm Sperrputz gegen Druckwasser sind es etwa 0,65 Liter je m². Untergrund- und Verarbeitungsverluste kommen gegebenenfalls hinzu.

Sicher verarbeiten

BetonMAX ist stark alkalisch. Geeignete Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen, Haut- und Augenkontakt vermeiden. Glas und eloxierte Bauteile schützen. Spritzer sofort mit viel Wasser abspülen und die Angaben im aktuellen Sicherheitsdatenblatt beachten.

Die Eignung des Untergrunds, vorhandene Risse, Bauteilanschlüsse und die Wasserbeanspruchung müssen vor Ort fachgerecht beurteilt werden. Bei Innenabdichtungen ist auch die Eignung der Baukonstruktion für die veränderte Feuchte- und Druckbelastung zu prüfen.

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